Isla Holbox

Die Isla Holbox ist eine Insel nördlich der Yucatán Halbinsel an der Mündung zwischen karibischem Meer und Golf von Mexiko. Die gemütliche Insel galt lange Zeit als Backpacker Insel, wird jedoch zunehmend touristischer.

Während meiner Reise durch die Yucatán Halbinsel bin ich von der Isla Mujeres bin ich auf die Isla Holbox gehüpft. Vom Pier kann man bequem zu jeder Unterkunft in Downtown laufen. Es besteht keine Notwendigkeit ein teures Taxi zu nehmen.

Als ich Fuß auf die Insel setzte, war der erste Eindruck, dass die Insel eine große Baustelle ist. Die Hauptstraße bestand aus Matsch, aber es ragten rechts und links Bordsteinkanten raus, neben denen sich aber kein befestigter Gehweg oder keine befestigte Straße befand. Nichts gegen unbefestigte Straßen, aber es wirkte einfach so als ob man hier großes Vorhabe, aber noch nicht so weit sei. Dazu kamen die Sandhaufen auf der Straße die eine Spur blockierten und der Verkehr so wild auf der anderen Spur verlief. Die Insel ist im Umbruch zur touristischen Hochburg.

Am nächsten Tag legte sich der getrübte Eindruck der Isla Holbox, als sich das Wetter besserte, das Meer im Norden der Insel klarer wurde und die Sonne den weißen Sandstrand zum Strahlen brachte. Allerdings wurde viel Seegras an den Strand gespült, welches sich dort türmte. Als ich schließlich ein Fahrrad mietete und die Insel damit von Osten bis Westen befuhr, war ich schließlich von der Insel begeistert.

Zu beachten: Auf der Insel gibt es nur genau einen Geldautomaten und dieser streikt gelegentlich, deshalb wird einem geraten genug Bargeld auf die Insel mitzunehmen.

Unterkunft

Meine zwei Nächte auf der Insel habe ich für 2350 Pesos im La Casa del Capi verbracht. Der Besitzer Alder ist sehr nett. Direkt beim Check-In hat er mir eine Karte der Insel gegeben und Restaurant-Empfehlungen sowie Sehenswertes markiert.

Die Anlage ist neu und sehr sauber. Ein Frühstück oder einen Pool gibt es hier nicht. Dafür gratis Kaffee und Wasser. Die zentrale aber ruhige Lage in einer Seitenstraße der Hauptstraße zwei Blocks vom Zentralplatz ist definitiv ein Pluspunkt.

Essen

Wer auf fancy Hipster Smoothies steht, der ist im Painaplo gut aufgehoben. Für 70 Pesos habe ich dort den Smoothie „Grin“ genossen. Achtung, gegebenenfalls löst der Konsum ein inneres Verlangen nach Yoga aus. 😉

Im Las Paschas soll es sehr gutes Sea Food geben. Das kann ich leider nicht beurteilen, weil ich kein Sea Food esse. Allerdings habe ich dort das TexMex ausprobiert: Fajitas mit Beef. Ich fand es nicht besonders, aber die Portion war reichlich. Zusammen mit Cola und Trinkgeld habe ich 200 Pesos gezahlt.

Im Limoncito kann man günstig frühstücken. Für Huevos Rancheros habe ich 90 Pesos gezahlt. Nichts besonderes aber ein günstiges Frühstück. Der Americano war inklusive.

Das bessere Frühstück hatte ich im La Isla del Colibrí. Ein Jugo Especial (48 Pesos), ein Americano (45 Pesos) und ein Omelette Colibrí mit Chaya, Pilzen und Käse (100 Pesos) haben mit Service, der in der Rechnung inkludiert war, insgesamt 212 Pesos gekostet. Die Jugos (Säfte) sind hier definitiv ein Highlight.

Wer gute Tacos will, der sollte das TacoQueto aufsuchen. Man sollte hier ruhig 6 oder mehr Tacos bestellen um satt zu werden, oder man ordert einfach nach. Gezahlt habe ich 200 Pesos für 3 Tacos, Burro und Coke Light, inklusive Tip.

Direkt am Strand habe ich im Coquitos gegessen. Hier wird der Service direkt im Beleg mit abgerechnet. Für einen Burrito und ein Ginger Ale habe ich 235 Pesos gezahlt.

Für einen kleinen Snack vor der Abfahrt von der Insel habe ich das Rosa Mexicano aufgesucht. Es ist eher Pricy. Ich hatte nur einen Starter, das Beef Tostada, mit Refresco/Getränk. Das Trinkgeld war in der Rechnung über 138 Pesos enthalten. Lecker war es auf jeden Fall, wenn auch gleich das Beef etwas trocken war.

Sportsbar

Wer im Urlaub nicht auf Fußball verzichten möchte, der ist im französischen Restaurant Et Voila! direkt auf der Hauptstraße, einen Block vom Strand entfernt, gut aufgehoben. Dort kann man u.a. die Bundesliga und die Premier League auf vier Fernsehern schauen.

Gezeigt wird in Mexiko eher nur das, was auf ESPN oder Fox Sports (1-3) im Pay TV läuft. Pay TV ist in Mexiko aber wesentlich weiter verbreitet als bei uns in Deutschland, so kann man die Bundesliga beispielsweise in jeder Unterkunft auf Fox Sports schauen. Ebenso Football der US-amerikanischen NFL.

Das Spiel meiner Eintracht Frankfurt habe ich im Viva Zapata geschaut. Glücklicherweise wurde das Spiel von Fox Sports in voller Länge gezeigt, so habe ich den Barkeeper lieb gefragt ob er den Fernseher von ESPN auf Fox Sports umschaltet. Es gab dort allerdings nur einen Fernseher.

Strand

An der nördlichen Seite der Insel erstreckt sich von West nach Ost Strand. Es sollte also nicht zu schwierig sein, ein sonniges Plätzchen zu finden. Am Strand gibt es auch viele Bars und Restaurants mit mietbaren Liegen.

Ganz im Westen befindet sich der abgelegene Punta Cocos, an dem sich eine Strandbar befindet. Weil im Westen gelegen ist der Strand hier der ideale Ort den Sonnenuntergang zwischen 17-18 Uhr zu bewundern.

Der nord-östlichste Punkt der Insel, bevor der unbewohnte Teil anfängt, ist der Punta Mosquito. Einen Teil des Weges dahin kann man mit dem Rad oder Golf Cart absolvieren, aber irgendwann muss man zu Fuß weiter, über die Sandbank und durch kniehohes Wasser.

Wäscherei

Einen Wäscherei-Service gibt es einen Block unterhalb des Hauptplatzes. Die Reinigung von bis zu 5kg kostet dort fix 90 Pesos, auch wenn man nur einen Kilo vorbeibringt. Ich hatte das vorher nicht gewusst sonst hätte ich mehr vorbeigebracht.

Der Service ist schnell: Ich habe meine Wäsche am Vormittag hingebracht und sollte sie am selben Tag um 15 Uhr wieder abholen kommen, weil die Reinigung am nächsten Tag (ein Samstag) geschlossen war.

Zunächst konnte die Dame und meinem Namen keine Wäsche mehr finden. Bis sie mir einen unbeschrifteten Beutel brachte. Tatsächlich meine Wäsche. Die Kleidung war sauber und vollständig.

Fahrradverleih

Ein Fahrrad ist der beste Weg um über die Insel zu kommen. Mit dem Fahrrad kommt man gut durch die Stadt und das Fahren über den weißen Sandstrand bei Sonnenschein macht richtig Bock. Das ist auch der Vorteil gegenüber einem Golf Cart: Man kommt an die Stellen der Insel wo das Cart nicht hinkommt.

Angst muss man im Verkehr mit dem Rad nicht habe, denn es gibt so gut wie keine Autos. Höchstens Downtown, wo gelegentlich Anlieferungs- oder Baustellenfahrzeuge fahren. Ansonsten besteht der Verkehr aus Golf Carts, Motorbikes und Fahrrädern.

Es gibt Räder an vielen Ecken zu mieten. Gemietet habe ich mein Rad aber bei Bikes Holbox. Es ist der einzige auf Google Maps verzeichnete Fahrradverleih. Die Jungs sind nett und können auch gutes Englisch.

Die Fahrräder sind nicht besonders neu, und der Rost zerrt an ihnen. Das Salz und die vielen Schlammlöcher tragen dazu bei. Aber sie fahren. Ausgestattet sind sie mit einer Rücktrittsbremse, nur einem Gang und einem Körbchen am Lenker. Achja, viele Fahrräder auf der Insel haben keine Klingel, aber manche quietschen so laut, dass sie diese fast nicht brauchen.

Ein Helm wurde mir nicht angeboten und auf der gesamten Insel habe ich in meiner Zeit dort auch niemanden mit Helm gesehen. Gefragt habe ich allerdings auch nicht.

Ein Zahlenschloss gibt es zum Fahrrad dazu, falls man das Rad mal abstellen will. Auf Holbox werden die Fahrräder aber nicht so gestohlen wie in Deutschland, wo man teilweise drei Schlösser für sein Rad braucht. Dennoch sollte man sich gegen Gelegenheitsdiebe schützen, gerade wenn man das Rad an entlegenen Orten abstellt.

Für die Miete vom Morgen bis zum Sonnenuntergang habe ich 150 Pesos gezahlt. Eine Sicherheit wie den Reisepass oder Bargeld muss man nicht hinterlegen.

Weil es die Tage zuvor regnete, haben sich in den „Straßen“ Pfützen gebildet. Und diese sind tiefer als sie aussehen. Bei einer Pfütze war ich beim Durchqueren mit dem Rad auf einmal knietief in der Sch**** — und kein Witz, so wie es roch, war es mehr als nur Regenwasser. Ich war in dem Moment froh, dass ich einen Drybag habe. Selbst Tage nach dem Regen stehen viele Straßen noch voll mit Wasser. Das macht das Durchqueren egal mit welchem Fahrzeug unangenehm.

Tauchen auf der Isla Holbox

Auf der Isla Holbox kann man nicht tauchen gehen. Um die Insel herum befindet sich nur Sand. Es gibt zwar ein einziges Dive Center auf der Insel, aber dieses unternimmt Ausfahrten zu der Isla Mujeres oder Playa del Carmen, dann kann man sich auch gleich in den jeweiligen Orten ein Dive Center suchen.

Sonstiges

  • Wie auf der Isla Mujeres kann man auch auf der Isla Holbox zwischen dem 15. Mai und 15. September mit Walhaien schnorcheln.
  • Ebenso lassen sich auch hier Golf Carts mieten. Ich empfehle aber stattdessen ein Rad.

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