Tulum

Tulum ist eine alte Maya Stadt südlich von Cancún an der sogenannten Riviera Maya im karibischen Meer. Die Stadt ist von Cenoten umgeben und daher ein Paradies für Taucher.

Während meine Rundreise durch die Yucatán Halbinsel bin von Valladolid aus mit dem Bus Oriente nach Tulum gefahren. Der Bus sollte um 14:04 Uhr abfahren, hatte aber eine halbe Stunde Verspätung. Eigentlich ist die Strecke nach Tulum auch nicht so weit, aber der Bus hielt ständig an und Leute stiegen ein und aus.

Maya-Stätte

Besonders bekannt ist Tulum für seine Maya-Stätte, die etwas außerhalb von der heutigen Stadt Tulum liegt. Es gibt eine Tour Bimmelbahn, die einen vom Stadtzentrum zu den Maya Ruinen bringt. Aber bei gutem Wetter empfehle ich definitiv das Fahrrad. Außerhalb der Ruine gibt es genug Fahrradständer zum Abschließen des Fahrrads.

Das besondere an der Stätte ist, dass sie von drei Maueren zum Festland hin ummauert ist, aber zum Meer hin offen ist, wo eine Klippe zum Strand führt. Die Mayas wussten wie man ein Beach House errichtet! Anders als bei Chichén Itzá macht man beim Durchlaufen der Stätte aufgrund der steilen Klippen ein paar Höhenmeter gut.

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Bei gutem Wetter sind die Maya Ruinen direkt am Strand ein echter Traum. Aber Achtung, denn viel Schatten gibt es nicht und es kann echt heiß werden. Im ehemaligen Hafen kann man sogar Baden im karibischen Meer baden gehen, deswegen kann man ruhig eine Badehose mitnehmen.

Ich bin erst kurz nach 11 Uhr mittags an der Maya-Stätte gewesen. Zu der Zeit war die Maya-Stätte ziemlich gut besucht. Die Stätte hat jeden Tag von 8-16:30 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 70 Pesos.

Wenige Minuten entfernt Richtung Süden liegt der Playa Pescadores, ein öffentlich zugänglicher Strand. Dort türmte sich allerdings das Seegras. Weiter südlicher in Höhe des Restaurants Mezzanine war weniger Seegras. Im Mezzanine kann man auch gut zu Mittag essen, mit Blick über das karibische Meer.

Unterkunft

Übernachtet habe ich in Tulum im Hotel Latino. Ein kleines, nettes Hotel. Die Zimmer sind einfach aber ausreichend. Am Tag des Check-Outs war ich noch tauchen und habe meine Tasche dort gelassen. Anschließend habe ich nach dem Tauchen mein Equipment verpackt und die Tasche wieder dort gelassen. Am späten Nachmittag habe ich noch ein bisschen im Innenhof auf einem Liegestuhl gewartet bis mein Bus fuhr.

Essen

Das Del Cielo hat das beste Frühstück und den besten Kaffee bisher auf meiner Reise. Das Carribean Oatmeal Porridge und ein Americano haben zusammen 148 Pesos ohne Tip gekostet.

Im Mazzanine südlich der Maya-Stätte habe ich thailändische Küche gegessen: Ein Pad Kra Pao für 160 Pesos und ein Buddha Blend Smoothie für 120 Pesos. Preislich etwas höher, dafür eine echt geniale Aussicht von der Terrasse aus. Das Essen war auch ganz gut, zwar nicht so gut wie das Original in Thailand, aber auch definitiv mal eine Abwechslung zur mexikanischen Küche aus Mais & Käse.

Im La Hoja verde findet man vegetarische Speien. Hier habe ich eine Falafel Pita mit Saft für 170 Pesos inkl. Trinkgeld gegessen. Hat mich aber ehrlich gesagt nicht so sehr überzeugt.

Im Ki‘Bok Café Gourmet gibt es richtig guten Kaffee. Sie besitzen eine ordentliche Siebträgermaschine. Dazu öffnet die Kaffeebar bereits um 7 Uhr, die Küche aber erst um 7:30 Uhr. Das reicht aber noch um vor dem Tauchen hier sogar Frühstücken zu gehen. Ein Americano und Hotcakes haben 125 Pesos ohne Tip gekostet.

Im El Gourmet habe ich 70 Pesos für einen guten Americano und einen Saft gezahlt. Sie haben dort auch italienische Panini als Snack.

Im El Pollo Bronco gibt es günstiges Junkfood. Ein halbes Hähnchen mit Beilagen gibt es für 85 Pesos. Die abendliche Antibiotika-Tablette konnte ich mir dann anschließend wahrscheinlich sparen. Leider bieten sie auch nur Plastik-Einwegbesteck, also viel unnötiger Müll.

Wer Tacos sucht, der kann zum Tropi Tacos gehen. Ich habe dort 120 Pesos für eine Spezialplatte Tacos gezahlt.

Wäscherei

Waschen lassen habe ich in der Lavandaria Shadil, für 30 Pesos je Kilo Wäsche. Die Wäsche wollte ich am nächsten Tag gegen 16 Uhr abholen, da war sie allerdings noch nicht auffindbar bzw. fertig. Sie sagten mir, ich solle zwei Stunden später nochmal kommen. Als ich um 18 Uhr kam packten sie gerade noch die letzte Wäsche zusammen. Das war eine Punktlandung und ging sich gerade so mit dem Bus um 18:50 Uhr aus. Die Wäsche war vollständig und sauber aber es hingen noch Reste des Waschmittels dran.

Fahrradverleih

Wie bereits erwähnt kommt man mit dem Fahrrad ganz gut zur Maya-Stätte. Ich habe das Fahrrad etwas außerhalb der Stadt bei Ola Bike Tulum ausgeliehen. Das Ausleihen kostet für einen Tag 130 Pesos. Weitere 500 Pesos müssen als Sicherheit hinterlegt werden.

Im Vergleich zum Fahrrad auf der Isla Holbox hatte das Fahrrad dieses Mal sogar eine Klingel. Zusätzlich wurde mir die Nummer eines Whatsapp Not Service mitgegeben, für den Fall, dass ich einen Platten habe oder sonst irgendwelche Probleme mit dem Rad. Die Verleiher sprechen gutes Englisch.

Tauchen

Wenn man in Tulum ist, sollte man auf jeden Fall einen Tauchgang in den Cenoten ausprobieren. Wie immer habe ich mehrere Tauchbasen in Tulum angeschrieben und die Optionen für meine Daten ausgelotet. Ich habe auch noch bei Agua Clara Tulum mit einer persönlichen E-Mail angefragt, aber nur eine Copy&Paste Antwort erhalten, in der z.B. nach meiner Zertifizierung und der Anzahl der Tauchgänge gefragt wurde, obwohl ich das alles schon in meiner Mail geschrieben hatte. Nicht gerade sympathisch. Schließlich bin ich mit La Calypso Diving getaucht.

Der Treffpunkt war morgens um 8 Uhr nahe der ADO Bus Station direkt in Tulum. An diesem Tag sollten nur der Guide und ich zusammen tauchen. Der Guide war ein Mexikaner und konnte gutes Englisch. Wir haben unser Equipment auf einen Pickup geladen und sind zur Cenote gefahren. Auf dem Weg haben wir uns nett unterhalten.

Der erste Tauchgang war in der Cenote The Pit. Wir waren als erste Gruppe an der Cenote und die ersten Taucher im Wasser. Der Einstieg zur Cenote war schwer, über eine steile Holztreppe, die dazu noch nass war. Also gut festhalten, insbesondere mit der schweren Ausrüstung. Unter Wasser war der Blick nach oben zur kleinen Öffnung, durch die das Sonnenlicht kegelförmig in das dunkle Wasser fiel, atemberaubend. Gerade aus dem Grund, weil wir alleine dort waren. Später wurde der schöne Anblick durch die vielen Luftblasen vernichtet. In der Cenote trifft Salz- auf Süßwasser, daher entsteht eine Halokline zwischen beiden Wassern, die die Sicht trübt (Blur-Effekt). Im übrigen mein erster Süßwassertauchgang ever. Der tiefste Punkt der Cenote geht einem Höhelnsystem folgend bis zu 380m hinunter. Aber keine Angst, die meiste Zeit sieht man in der Höhle einen Boden unter sich. Auf dem sich alte Äste und Laub ablagern, langsam zersetzt werden und einen Nebelschleier bilden.

Der nächste Tauchgang war an der ein paar Kilometer entfernten Cenote Dos Ojos. Die Cenote heißt zwei Augen, weil es zwei Öffnungen nahe beinander gibt, die durch ein Höhlensystem miteinander verbunden sind. Anders als bei The Pit ist hier auch das Schnorcheln gestattet. In der Cenote gibt es die sogenannte Barbie Lane, eine Schnurr am Boden der nur etwa 4-5m tiefen Cenote weist einen Rundkurs durch das Innere der Cenote, der gute 40 Minuten dauert. Am Wendepunkt ist eine Barbie-Puppe festgeschnurrt, daher der Name. In der Cenote gibt kaum Fische zu sehen, dafür jede Menge Stalagmiten und Stalaktiten.

Das Tauchen in den dunklen Cenoten ist definitiv ein Erlebnis und eine Erfahrung wert. Ein vergleichbares System wie die Cenoten gibt es sonst kaum woanders. Allerdings muss ich sagen, dass mir die beiden Cenoten gereicht haben und ich keine weiteren Cenoten mehr betauchen musste.

Die beiden Cenoten The Pit und Dos Ojos gehören beide zum Dos Ojos System und sind miteinander verbunden. Der Tauchgang zwischen den beiden Cenoten dauert etwa 12h. Im übrigen sind alle Cenoten auf der Yucatán Halbinsel miteinander verbunden und bilden ein riesiges unterirdisches Höhlensystem, das Sac Atun System, mit mehr als 300km Länge. Das größte bekannte unterirdische Höhlensystem.

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