Mahahual

Mahahual ist ursprünglich ein kleiner Fischerort. Amerikanische Kreuzfahrtschiffe machen den Ort zur teuren Touristenhochburg. Für Taucher hat der Ort aber dennoch viel zu bieten.

Mahahual ist ein gewöhnungbedürftiger Ort. Das ursprüngliche Fischerdorf mit der Strandpromenade liegt etwa 3km südlich vom Costa Maya Cruise Port, einem Kreuzfahrthafen. Mittlerweile hat sich aber in der Nähe des Hafens ein neue Stadt, das New Mahahual, gebildet.

Ein paar Meter vor dem Strand der Strandpromenade befindet sich eine Riffkante, die Maya Barrier, die alle Wellen im Wasser bricht. Daher gibt es am Strand keine wirklichen Wellen und das Schwimmen ist hier wie in einem Swimming Pool.

Am Hafen kommen fast täglich US-amerikanische Kreuzfahrtschiffe an, die ihre Touris absetzen und plötzlich füllt sich die Strandpromenade. Die Touristen sind hauptsächlich US-Amerikaner und die Promenade hat sich vollkommen auf deren Bedürfnisse ausgerichtet. Deswegen wird einem an jeder Ecke irgendein Kram aufgequatscht, gibt es im Ort so unglaublich viele Taxis und man kann in den Restaurants sogar online reservieren. Wenn tagsüber die Kreuzfahrttouris die Promenade fluten, findet man ohne Reservierung keinen Platz. Zudem sind die Preise in den Restaurants höher als z.B. in Tulum. Abends, wenn die Kreuzfahrtschiffe wieder ablegen, flüchten die Touris und die Stadt leert sich. Am nächsten Morgen beginnt das Spiel von vorne.

Die ganzen Kreuzfahrttouristen, die hohen Preise sowie das ständige Angelaber von Verkäufern haben mich in Mahahual gestört. Das Tauchen an der Banco Chinchorro war für mich der einzige Grund überhaupt nach Mahahual zu kommen. Leider hat das nicht hingehauen, was mich zusätzlich ärgert. Ich hätte gerne gesehen ob sich das Tauchen dort lohnt.

Anreise

Während meiner Rundreise durch die Yucatán Halbinsel bin ich von Tulum aus mit dem 18:50 Uhr Bus für 308 Pesos nach Mahahual gefahren. Der Bus kam 30 Minuten verspätet in Tulum an. Da gleichzeitig drei weitere Busse ankamen, war der Busbahnhof in Tulum nun brechend voll und alles ging drunter und drüber. Die Ordner von ADO waren selbst überfordert, aber ich habe den richtigen Bus gefunden. Gegen 23 Uhr erreichten wir dann Mahahual.

Unterkunft

Meine Unterkunft in Mahahual war das Hotel 40 Cañones, was gleichzeitig auch der Name einer Dive Site ist. In dem mir zuerst zugewiesenen Zimmer #26 stank das Bad fürchterlich. Die erste Nacht war es daher schwierig gut zu schlafen. Am nächsten Tag konnte ich aber Problem an der Rezeption auf das Nachbar-Zimmer #25 wechseln. Hier gab es keinen Gestank.

Die Zimmer sind super schön eingerichtet und sauber. Vom Zimmer her das beste Hotel, das ich bis dato auf meiner Reise hatte. Allerdings, und das ist bei einem Hotel der gehobeneren Klasse erstaunlich, konnte fast keiner an der Rezeption Englisch.

Essen

Günstiges Mittagessen gibt es in der Loncheria El Primo: drei vegetarische Empanadas, ein vegetarischer Burrito und eine Coke light kosten 98 Pesos.

Im Ñam ñam kosten 2 Tacos, eine Cola und Chimichanga 191 Pesos. Obwohl es eigentlich als Fast Food gilt, war das Essen echt gut und frisch.

Das Café Colonial hat zwischen 6:30 – 13:00 Uhr geöffnet und bietet eine große Auswahl an Frühstück. Nicht besonders fancy aber dafür nicht so teuer wie auf der Strandpromenade. Für Huevos Rancheros mit Americano, ein Stück Kuchen und Fruchtwasser zahlt man 120 Pesos.

Im La Dolce Vita gibt es selbstgemachtes Eis. Eine Kugel kostet 45 Pesos, 2 Kugeln kosten 65 Pesos und 3 Kugeln 85 Pesos.

Geldautomaten

Angeblich gibt es laut Internet vier Geldautomaten in Mahahual. Tatsächlich gibt es aber nur einen: In der Lobby des Hotels Maya Inn. Ich bin von der Strandpromenade aus ein gutes Stück zu Fuß dorthin gelaufen. Doch wegen Stromausfall ging der Geldautomat nicht, also war alles umsonst und ich hatte nicht genug Geld um das Hotel bar zu bezahlen, also musste ich mit Kreditkarte zahlen und die Gebühren in Kauf nehmen.

Tauchen

Wie bereits geschrieben, war ich vor allem wegen dem Tauchen an der Banco Chinchorro nach Mahahual gekommen. Die Banco Chinchorro ist ein Atoll-Riff etwa 35km östlich der Küste im karibischen Meer. Mahahual ist der einzige größere Ort, von dem aus eine Tagestour dorthin möglich wäre.

Mit Amigos del Mar wollte ich an der Banco Chinchorro tauchen gehen. Leider wurde daraus wetterbedingt nichts, denn es war zu windig und dadurch zu raue See. Außerdem haben sich (mich eingeschlossen) nur 5 Leute für diesen Trip interessiert, die Tauchbasis verlangt aber mind. 8 Interessenten damit das Center den Trip durchführt. Weil bis auf die Kreuzfahrttouristen wenig los war in Mahahual, wäre es sowieso fraglich, ob sich, selbst wenn das Wetter gepasst hätte, überhaupt 8 Interessenten gefunden hätten. Vielleicht war das auch der eigentliche Grund weshalb der Trip letztlich abgesagt wurde. Extrem schade! Ich bin extra für das Tauchen an dem Riff nach Mahahual gekommen. Sonst hätte ich die Stadt wohl gemieden.

Mit Mar Adentro Diving habe ich an der lokalen Riffkante zwei Fun Dives für 1500 Pesos gemacht. Während meiner Rundreise durch Yucatán waren das meine ersten Tauchgänge im Meer. Getaucht sind wir in einer Gruppe aus einem Divemaster, einem älteren amerikanischen Ehepaar (Kreuzfahrttouristen), ich und noch einer Instruktorin. Beim ersten Tauchgang hatte ich Probleme beim Runterkommen wegen meines nagelneuen Cressi Castoro 5mm Neopren. Es war das erste Mal, dass ich mit 5mm Neopren getaucht bin. Zudem hatte er noch zu viel Auftrieb. Mehr Blei, das ich noch vom Boot holen musste, hat in diesem Fall geholfen. Der anschließende Tauchgang hatte ein Rollercoaster-Tauchprofil. Wir sind durch Canyons im Riff geschwommen, die wie ich finde viel zu eng waren, selbst für erfahrenere Taucher und damit nur unnötig die Taucher und das Riff selbst in Gefahr bringen. Zusätzlich sind wir ständig auf und ab getaucht. Mein neuer Tauchcomputer, der Cressi Leonardo, ein sehr konservativer Computer, war ständig am Piepsen. Beim zweiten Tauchgang hat dann die Instruktorin das Guiding übernommen.

Unterwasser war generell nicht viel zu sehen, da hatte Koh Tao mehr zu bieten und ich war zunächst enttäuscht vom karibischen Mexiko. Das Riff ist auch hier, wie überall auf der Welt, relativ am Arsch. Es gibt viele kleine Fische, aber kaum große Fische. Die werden alle gefischt und den US-Kreuzfahrttourisen auf der Strandpromenade angeboten. Das Highlight war im ersten Tauchgang als glücklicherweise ein Eagle Ray vorbeiflog, aber ziemlich schnell auch wieder im trüben Blau verschwand.

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